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Matcha, Matcha…

der leuchtend grüne Tee wird traditionell aus einer schlichten Raku-Schale getrunken.

Die Zubereitung

Sie benötigen weder eine Tatami-Matte, noch eine Raku-Teeschale, um einmal Matcha probieren zu können. Entnehmen Sie Ihrem Küchenfundus eine Müslischale (man sollte darin rühren können, ohne alles einzukleckern), einen kleinen Quirl, einen Teelöffel und idealerweise einen Messbecher.

Eine Portion Matcha wird aus 100 ml Wasser und 1/2 TL des Pulvers zubereitet. Die Wassermenge lässt sich schlecht abschätzen, hier kommt Ihr Messbecher zum Einsatz.

Verwenden Sie unbedingt kalkarmes Trinkwasser, kochen es ab und gießen es zur Abkühlung wieder in den Messbecher zurück.

Jetzt geben Sie das Matchapulver in die Schale und verrühren es mit ca. 2 TL kaltem Wasser zu einer cremigen, klümpchenfreien Paste.

Das abgekühlte Teewasser aus dem Messbecher zugießen.

Den Griff Ihres kleinen Quirls mit dem Daumen, Zeige-, Mittel- und Ringfinger der rechten Hand fest umschließen und 30 bis 60 Sekunden lang kleine Rührbewegungen ausführen, als würden Sie ein „M“ schreiben.

Mit der linken Hand halten Sie dabei die Schale fest.

Nach der angegebenen Schlagzeit sollte die Oberfläche Ihres Matcha dicht von Bläschen bedeckt sein, dem cremigen Schaum, der den köstlichen Geschmack ausmacht.

Die Herstellung der Schaumdecke birgt für den Anfänger allerdings Schwierigkeiten.

Was nach 30 bis 60 Sekunden nicht an der Oberfläche erschienen ist, wird auch nicht mehr hinzukommen.

Beenden Sie also das Rühren und kosten Sie lieber den Tee.

Keine Sorge: Übung macht den Meister!

Kurz zur Geschichte

Die japanische Teezeremonie verdankt ihre bis heute überlieferte Form dem berühmtesten Teemeister des Landes, Sen no Rikyû und hat ihren Ursprung in Kyoto.

Über neun Jahre hinweg stand der Meister im Dienste des angesehenen Feldherren und glühenden Verehrer der Teezeremonie, Toyotomi Hideyoshi. Auf dessen Schloß Jurakudai arrangierte er zahlreiche Teezusammenkünfte.

Meister Rikyû liebte die Einfachheit. Er bevorzugte Teeräume von vornehmer Bescheidenheit. Man sagt, er habe den Töpfer Chôjiro Ende des 16. Jahrhunderts angeleitet, Teeschalen von herb anmutender und schlichter Schönheit anzufertigen.

Chôjiro, der eigentlich auf die Herstellung von Dachziegeln spezialisiert war, betrieb seine Werkstatt unweit von Schloß Jurakudai.

Er stand zweifelsohne in der Gunst des Feldherren, der ihn als den besten aller Töpfer auszeichnete.

Nach dem Tode Rikyûs griffen Söhne, Enkel und Urenkel den Stil seiner Zeremonie auf, führten ihn weiter und gründeten Teeschulen.

Kurz zu Raku-Keramik

Fetter, mit Sand oder Schamott vermischter Ton, der unter dem Schmelzpunkt (Sinterpunkt) gebrannt wird.

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